SHG "Gemeinsam gegen Eierstockkrebs"

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Eierstockkrebs Selbsthilfe

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    Die leitliniengerechte Operation eines Ovarialkarzinoms erfordert große Erfahrung der gynäkologisch-onkologischen Chirurgen.
    Grundlegend ist also, neben dem hohen Können, die Häufigkeit, mit der die Chirurgen die Operationen durchführen.
    Ebenso ist es von höchster Wichtigkeit, dass die Operationen von einem geschulten, inerdisziplinären Operationsteam mit entsprechenden Spezialisten durchgeführt werden.

    Eine leitliniengerechte Operation erfordert folgendes Vorgehen, wobei hier ersichtlich wird, welche Höchstleistung vom Operationsteam erforderlich ist:

    "Der OP-Zugang erfolgt durch einen medianen Längsschnitt von der Symphyse bis zum Xiphoid, um eine optimale Übersicht zu gewährleisten. Bei der Entfernung der Adnextumore ist vor allem bei Infiltration des Rektosigmoids die en-bloc-Resektion von Uterus, Adnexen und Colon sigmoideum anzustreben. Zudem erfolgt obligatorisch die infragastrische Omentektomie. Die Resektion des befallenen Peritoneums und bei Tumorbefall oder muzinöser Histologie die Apendektomie.
    Neben Darmeingriffen in über der Häflte der Operationen können auch multiviszerale Eingriffe (z.B. Splenektomie, Resektion von Leber(kapsel)-Metastasen) nötig und sinnvoll sein, wenn dadurch Tumorfreiheit erzielt werden kann.
    Grenzen der Radikalität sind z. B. Gegeben bei ausgeprägtem Befall von Dünndarmwand oder Mesenterium mit Infiltration der Mesenterialwurzel.
    (…) Aktuell wird auch die pelvine und para-aortale Lymphonodektomie bei leitliniengemäßer Therapie des Ovarialkarzinoms nach Erreichen einer makroskopischen Komplettresektion durchgeführt (…)."

    aus: Moderne Therapieoptionen beim Ovarialkarzinom, Mahner, Trillsch, Harter, Hilpert, Pfisterer, DuBois und Wagner 5/2013 in ONKOLOGIE heute, S. 42ff

    Text mit freier Übersetzung der Fachbegriffe:

    Der operative Zugang erfolgt durch einen medianen Längsschnitt von der Schambeinfuge bis zum knöchern-knorpeligen Ende des Brustbeins, um eine optimale Übersicht zu gewährleisten.
    Bei der Entfernung der Eierstock- bzw. Eileitertumore ist vor allem bei Infiltration des Dickdarms zwischen dem Rektum und dem Sigma die en-bloc-Resektion (operative Entfernung) von Gebärmutter, Eierstöcken und dem im Becken gelegenen Teil des Darms anzustreben.

    Zudem erfolgt obligatorisch die vollständige chirurgische Entfernung des unterhalb des Magens befindlichen omentum majus (großes Netz/ Bauchnetz, ein vom Bauchfell überzogenes fett- und bindegewebereiches Gewebe, welches von der großen Krümmung des Magens und dem quer verlaufenden Teil des Dickdarms schürzenartig herabhängt und die Dünndarmschlingen normalerweise vollständig bedeckt), die operative Entfernung des befallenen Bauchfells und bei Tumorbefall oder muzinöser Histologie die Blinddarmentfernung.
    Neben Darmeingriffen in über der Hälfte der Operationen können auch multiviszerale Eingriffe ... nötig und sinnvoll sein, wenn dadurch Tumorfreiheit erzielt werden kann.
    (Anm: Die Viszeralchirurgie (von lat. viscera = Eingeweide), auch Abdominalchirurgie und Bauchchirurgie, umfasst die operative Behandlung der Bauch-Organe, d. h. des gesamten Verdauungstraktes einschließlich der Speiseröhre, des Magens, des Dünn- und Dickdarmes, des Enddarmes, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und der Milz.
    Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Viszeralchirurgie)
    Grenzen der Radikalität sind z. B. gegeben bei ausgeprägtem Befall von Dünndarmwand oder im Mesenterium (Dünndarmgekröse) mit Infiltration der Mesenterialwurzel.
    (…) Aktuell wird auch die pelvine (im Becken liegende) und para-aortale (neben der Hauptschlagader liegende) Lymphknotenentfernung bei leitliniengemäßer Therapie des Ovarialkarzinoms nach Erreichen einer makroskopischen Komplettresektion durchgeführt (…).

    KOMPETENZZENTREN

    Es gibt onkologische Spitzenzentren, die höchste fachliche Kompetenzen in der Therapie von Ovarialkarzinomen erworben haben, vor allem auch in der Lage sind, fachgerecht und hochkompetend zu operieren und sich ständig fortbilden.
    Diese Kompetenzzentren sind bestens in der Lage, die umfassenden und hochkomplizierten Operationen eines fortgeschrittenen Ovariaklkarzinom zu leisten.
    Dies ist insbesondere aus dem Grund wichtig, da der während der Operation belassene Tumorrest entscheidend für die Prognose ist.

    Bedeutung der Operation und makroskopischer Tumorfreiheit für die Prognose

    "Die Primärtherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms besteht aus der Kombination von zytoreduktiver Chirurgie und anschließender systemischer Therapie(...)
    Die Prognose wird dabei wesentlich durch das Ausmaß der operativen Resektion in der Primäroperation bestimmt, so dass die operative Therapie in einem spezialisierten, gynäkologisch-onkologischen Zentrum durchgeführt werden sollte.
    Während in der Vergangenheit ein Operationsergebnis von einem Tumorrest <1 cm als optimal angesehen wurde, hat eine Metaanalyse an mehr als 3000 Patientinnen, die mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (…) behandelt wurden, einen klaren Prognosevorteil fast ausschließlich für Patientinnen mit makroskopischer Komplettresektion gezeigt.
    Patientinnen mit postoperativen Resttumor <1 cm zeigten zwar auch einen signifikanten Überlebenesvorteil gegenüber Patientinnen mit Resttumor >1cm (…); dieser erscheint gegenüber Patientinnen mit makroskopischer Komplettresektion jedoch gering."

    aus: aus: Moderne Therapieoptionen beim Ovarialkarzinom, Mahner, Trillsch, Harter, Hilpert, Pfisterer, DuBois und Wagner 5/2013 in ONKOLOGIE heute, S. 41ff