SHG "Gemeinsam gegen Eierstockkrebs"

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Eierstockkrebs Selbsthilfe

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    Aus: Patienteninformation der Bundesärtekammer, Januar 2015

    "PATIENTENINFORMATION ERBLICHER EIERSTOCKKREBS – GENTEST JA ODER NEIN?

    Bei genetisch bedingtem Eierstockkrebs liegt eine Störung in den Erbanlagen vor – den sogenannten Genen. Das veränderte Gen kann von der Mutter oder vom Vater stammen. Dabei handelt es sich oft um die Gene mit der Bezeichnung BRCA1 und BRCA2.

    Der Begriff BRCA stammt aus dem Englischen und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von „breast“ (Brust) und cancer“ (Krebs) zusammen. Frauen, die eine Genveränderung von BRCA1 oder BRCA2 aufweisen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, sowohl Eierstock- als auch Brustkrebs zu bekommen. Sie erkranken häufig früher als üblich – also vor dem 50. Lebensjahr.

    Im Laufe ihres Lebens erkranken an Eierstockkrebs etwa

    4 von 10 Frauen mit verändertem BRCA1-Gen und

    2 von 10 Frauen mit verändertem BRCA2-Gen.

     

    WAS IST ERBLICHER EIERSTOCKKREBS?

    Etwa 3 von 100 bösartigen Tumoren der Frauen betreffen die Eierstöcke. Davon ist ungefähr jeder zehnte Eierstockkrebs erblich bedingt. Das heißt, innerhalb einer Familie können mehrere nahe Verwandte betroffen sein.

    Auf einen Blick: Gentest bei Eierstockkrebs

    Erblicher Eierstockkrebs kann vorliegen, wenn ineiner Familie Eierstock- oder Brustkrebs häufig oder in jungen Jahren auftritt.

    Ein genetischer Bluttest kann ein erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs aufdecken. Das heißt aber nicht, dass man auch tatsächlich erkrankt.

    Dem erblichen Krebs vorbeugen kann man nur, wenn sich die Betroffene die Eierstöcke vorsorglich entfernen lässt"

    Aus: http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/kip-eierstockkrebs.pdf

     

    Weitere Risiko-Gene

    Es wurden aber weitere Genvarianten entdeckt, denen das Entstehen von erblichem Eierstock- und Brustkrebs zugeschrieben wird. Diese Gene sind aber im Vergleich zu BRCA1+2 relativ selten.

    Es wurde RAD51 (auc als BRCA3 bezeichnet) identifiziert, welches vergleichsweise selten mutiert ist, welches aber auch als Hochrisikogen gilt. Wahrscheinlich ist laut Meindl u.a. die kombinierte Wirkung moderat- und niedrig-penetranter Genvarianten für den größeren Teil der Karzinome verantwortlich.

    Als moderate Risikogene wurden zum Beispiel ATM, CHEK2, BRIP1 und PALB2 mit niedriger Heterozygotenfrequenz identifiziert ... Wie die oben beschriebenen , spielen auch diese eine Rolle in der DNA-Doppelstrangreparatur.

    Vgl. Meindl, Alfons, Ditsch, Nina, Kast, Karin, Rhiem, Kerstin, Schmutzler, Rita K., In: Familiäres Mamma- und Ovarialkarzinom - Neue Gene, neue Therapien, neue Konzepte,Dtsch Arztebl Int 2011; 108(19): 323-30; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0323

    Familiäre Bedingungen für Gentest

    Laut Leitlinien der AGO e.V. ist ein Gentest bei Frauen aus Familien mit folgenden Erkrankungsbild sinnvoll:In Familien (entweder mütterlicherseits oder väterlicherseits) mit Erkrankung von mindestens

    • 3 Frauen an Brustkrebs unabhängig vom Alter

    • 2 Frauen an Brustkrebs, davon 1 Erkrankung < 51. Lebensjahr

    • 1 Frau an Brustkrebs und 1 Frau an Eierstockkrebs*

    • 2 Frauen an Eierstockkrebs*

    • 1 Frau an Brust- und Eierstockkrebs*

    • 1 Frau an Brustkrebs ≤35 Jahren

    • 1 Frau mit beidseitigem Brustkrebs ≤50 Jahren

    • 1 Mann an Brustkrebs und 1 Frau an Brust- oder Eierstockkrebs*

    aus: AGO e. V. in der DGGG e.V. sowie in der DKG e.V. Guidelines Breast, Version 2015.1D, siehe auch: http://www.ago-online.de/fileadmin/downloads/leitlinien/mamma/maerz2015/de/2015D_02_Brustkrebsrisiko_und_Praevention.pdf

     

    Beratung und Hilfe

    findet ihr beim BRCA Netzwerk e.V. http://www.brca-netzwerk.de/

    oder in einem der Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs: http://www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/das-konsortium/zentren-des-konsortiums/